Die Sage von der Teufelsmühle

Vor vielen, vielen Jahren ließen die Bauern ihr Korn zur vollen Zufriedenheit in der Teufelsmühle mahlen. Des Müllers Esel trug dann den Leuten das Mehl ins Haus. Aber bald wurde der Müller unehrlich, indem er zu viel Mehl für sich zurückbehielt. Kein Wunder, dass die Bauern nun ihr Mehl in andere Mühlen gaben. Der unehrliche Müller aber verarmte zusehends und Not und Hunger kehrten bei ihnen ein.

Die Mühle war nicht mehr baufest. Durch einen Riss in der Mühlenwand floss ständig Wasser ins Haus. Vergeblich waren die Versuche des Müllers, den Riss zuzumauern. Und er fluchte: “Wenn nur diesen Riss der Teufel holen wollte.“ Und der Teufel kam. Er sagte, er würde den Riss zumauern, falls er des Müllers Seele dafür bekäme. Der Müller erklärte sich dazu bereit und der Teufel versprach in einer einzigen Nacht den Riss zuzumauern. Sollte er bis zum ersten Hahnenschrei nicht fertig sein, dann bräuchte ihm der Müller seine Seele nicht zu geben.

Doch als der Teufel fort war, hatte der Müller Gewissensbisse. Er erzählte die Angelegenheit seiner Ehefrau und diese meinte, er solle nur beruhigt sein, sie wolle die Sache schon in Ordnung bringen. Abends kam nun der Teufel und mauerte mit aller Kraft an dem Riss. Die Frau aber setzte sich heimlich in den Hühnerstall und sah dem Teufel bei seiner Arbeit zu. Als dieser nur noch einige Steine einzumauern hatte, ahmte die Frau den Ruf eines Hahnes nach und schrie: „Kikeriki!“ 

Mit einem furchtbaren Schrei ließ nun der Teufel Hammer und Kelle fallen und suchte das Weite. Er hatte die Abmachung verloren, und die Seele des Müllers war gerettet. Das kleine übriggebliebene Stückchen vom Riss mauerte dann der Müller selber zu. Seit dieser Zeit heißt die Mühle Teufelsmühle.

 

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