Erhöhung der Abwassergebühren zum 01.01.2021

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger

Der Gemeinderat der Gemeinde Geiselbach hat in seiner Sitzung am 16.12.2020 beschlossen, dass die Abwassergebühren für die Kläranlagen der Gemeinde Geiselbach ab 01.01.2021 von 2,08 € auf 2,70 €/m³ erhöht werden.

Die Kläranlagen verursachen jährlich Kosten in Höhe von rd. 145.000,-- bis 150.000,-- €. Diese laufenden Unterhaltungskosten sind schon seit vielen Jahren sehr konstant. Zu diesen laufenden Unterhaltungskosten kommen noch die Kosten für die Klärschlammentsorgung.

Bei den Kläranlagen der Gemeinde Geiselbach handelt es sich um sog. Teichkläranlagen. Bei diesem Anlagentyp wird der Schlamm nicht regelmäßig abgezogen. Vielmehr verbleibt der Schlamm in den Absetzbecken und wird dort „gestapelt“. Nach einer Dauer von sieben bis acht Jahren befindet sich so viel Klärschlamm in den Becken, dass dieser abgesaugt und entsorgt bzw. verwertet werden kann.
In den zurückliegenden Jahren, zuletzt im Jahr 2014 ist der Schlamm überwiegend landwirtschaftlich verwertet worden. Ein Teil des Schlammes wurde auch vererdet und zu Rekultivierungszwecken verwendet.

Während die landwirtschaftliche Verwertung auf umliegenden landwirtschaftlichen Grundstücken erfolgte, wurde der Schlamm, der zu Rekultivierungszwecken eingesetzt wurde, vornehmlich in die neuen Bundesländer verbracht, wo er zur Rekultivierung alter Braunkohlegruben oder von Abraumhalden aus dem Kali-Bergbau verwendet wurde.

Für die landwirtschaftliche Verwertung oder den Einsatz in der Rekultivierung sind Kosten in Höhe von 300 bis 350,-- Euro je Tonne Schlamm angefallen.
Diese beiden Verwertungswege sind in den letzten Jahren fast vollständig weggefallen. Landwirte setzen Klärschlamm nicht mehr zu Düngezwecken ein. Oftmals steht genügend Gülle zur Düngung zur Verfügung, bzw. können die Feldfrüchte nicht mehr verkauft werden, weil die Abnehmer keine Früchte aufkaufen, die mit Klärschlamm gedüngt wurden.

Ebenso sind die Rekultivierungsarbeiten in den neuen Bundesländern weitgehend abgeschlossen, so dass auch hier kein Schlamm mehr benötigt wird.

Als einzige noch zur Verfügung stehende Möglichkeit die Schlämme zu entsorgen bzw. zu verwerten verbleibt damit die Verbrennung. Zuletzt wurde die Klärschlammentsorgung 2019 im Bereich der Kläranlage Omersbach durchgeführt. Hier musste der Schlamm bereits vollständig verbrannt werden, weil für die landwirtschaftliche Verwertung und die Rekultivierung keine Angebote abgegeben wurden.

Die Kosten für die Verbrennung der Schlämme liegen zwischen 750,-- und 800,-- € je Tonne und damit sehr deutlich über den alternativen Verwertungsmöglichkeiten.

Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet die Kläranlagen kostendeckend zu betreiben, weshalb die Mehrkosten für die Klärschlammentsorgung auf die Abwassergebühren umgelegt werden müssen.

Dies führt leider dazu, dass die Abwassergebühren zum 01.01.2021 erhöht werden müssen.


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