Rechenschaftsbericht der Bürgerversammlung vom 25.11.2021

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Am 25.11.2021 fand in der Aula der Grundschule Geiselbach die diesjährige Bürgerversammlung der Gemeinde Geiselbach statt.

Weil ggf. einige Mitbürger/innen die Bürgerversammlung wegen der Corona-Pandemie nicht besuchen wollten, wird nachstehend der Rechenschaftsbericht der 1. Bürgermeisterin veröffentlicht.

Wenn Sie Anregungen oder Fragen zum Rechenschaftsbericht haben, dürfen Sie sich gerne an mich persönlich oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung wenden.

Selbstverständlich können Sie Ihre Fragen oder Anregungen auch schriftlich oder per email an die Verwaltung richten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Marianne Krohnen
1. Bürgermeisterin

Rechenschaftsbericht 2021

Im Rechenschaftsbericht für das Jahr 2020, der, weil die Bürgerversammlung coronabedingt ausgefallen ist, im Mitteilungsblatt und auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht war, habe ich noch von der Hoffnung gesprochen, dass wir den Virus im Laufe dieses Jahres besiegen können.

Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Impfstoffe verfügbar und eine Zeitlang, nämlich im Sommer dieses Jahres sah es erfreulicherweise so aus, als wäre wieder eine Normalität in unserem menschlichen Zusammenleben möglich.

Und tatsächlich gab es wieder Kulturveranstaltungen, Gaststätten und Kneipen, Kindergärten und Schulen durften wieder öffnen, es waren wieder Einkaufsbummel möglich und auch Urlaubsreisen konnten angetreten werden.

Die Erleichterung der Menschen und die Erwartung, dass wir die Pandemie endlich in den Griff bekommen haben, war fast körperlich spürbar.

Ich, wir sind eines Besseren belehrt worden. Die Pandemie ist zurück, und das in einer Intensität wie sie für uns vor einem halben Jahr noch unvorstellbar war. Städte und Landkreise, auch in Bayern mit Inzidenzen weit über 1000 zeigen, mit welch unvorstellbarem Ausmaß die Pandemie zurückgekehrt ist.

Und mit den steigenden Fallzahlen und den damit mittlerweile wieder einhergehenden Beschränkungen müssen wir leider auch feststellen, dass sich eine gewisse Hoffnungslosigkeit und Frust breit machen.

Frust gegenüber den politisch Verantwortlichen, dass es ihnen nicht gelungen ist, die Bevölkerung ausreichend vor dem Virus zu schützen, Frust der Geimpften gegenüber den nicht Geimpften, die jetzt für den erneuten Ausbruch der Pandemie verantwortlich gemacht werden.

Und tatsächlich sind es vor allem die Ungeimpften, die erkranken. Stand heute lag die 7-Tage-Inzidenz in Bayern bei den Ungeimpften bei 1.726, während die Inzidenz bei den vollständig Geimpften bei nur 112 lag.

Freilich gibt es auch sog. Impfdurchbrüche, also Menschen, die trotz vollständiger Impfung erkranken. Bayernweit sind das gerade aber einmal 0,5 % der Geimpften. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Impfung bei 99,5 % der Geimpften wirkt. Und auch wenn es zu einem Impfdurchbruch kommt, so schützt die Impfung doch zumindest in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Impfen hilft die Pandemie zu besiegen. Deshalb danke ich auch allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich haben impfen lassen. An diejenigen, die sich bislang noch nicht dazu entschließen konnten, appelliere ich ihre Haltung zu überdenken und die Impfangebote wahr zu nehmen.

Was ist 2021 noch passiert:

Im Januar wird Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Im Juli wird Italien Fußball-Europameister. Das Deutsche Team scheidet bereits im Achtelfinale aus

Ebenfalls im Juli kommt es nach verheerenden Starkregenfällen es vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu großflächigen Überschwemmungen. Hier sterben über 180 Menschen
Im Juli und August finden in Tokio mit einjähriger Verspätung die olympischen Sommerspiele statt.

Nach dem Abzug der internationalen Truppen erobern die Taliban in Afghanistan die Hauptstadt Kabul zurück. Es kommt zu dramatischen Ereignissen beim Versuch ehemalige Ortskräfte der internationalen Truppen aus dem Land zu evakuieren.

Ebenfalls im August stirbt Gerd Müller, der Bomber der Nation

Bei der Bundestagswahl 2021 wird die SPD stärkste Partei, knapp vor der Union. Ebenfalls zweistellige Ergebnisse erzielen Grüne, FDP und AfD. Seit gestern steht auch der Koalitionsvertrag, so dass der Wahl des neuen Bundeskanzlers Anfang Dezember nichts mehr im Wege stehen dürfte

Kommen wir nun zu den Dingen, die im Jahr 2021 in Geiselbach geschehen sind

1. Bevölkerungsentwicklung:

Abgesehen von geringfügigen Schwankungen zu den unterschiedlichen Stichtagen bewegt sich die Einwohnerzahl in Geiselbach schon seit einigen Jahren in einem sehr konstanten Bereich. Bei der letzten Erhebung zum 01.07.2021 waren 2072 Personen in Geiselbach mit Hauptwohnsitz gemeldet, das sind 33 mehr als im Vorjahr.

Weitere 164 Personen halten in Geiselbach einen Nebenwohnsitz, so dass insgesamt 2.236 Personen, 52 mehr als im Vorjahr in Geiselbach gemeldet sind.

1.608 wohnen in Geiselbach, 628 in Omersbach. Es gibt 1.132 Männer und 1.104 Frauen.
107 Mitbürgerinnen und Mitbürger haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, das entspricht einem Anteil von knapp 5 %. Die ausländischen Mitbürger/innen kommen aus 36 unterschiedlichen Nationen, wobei die Polen mit 42 Personen die größte Gruppe bilden, gefolgt von den Rumänen mit 22 und den Syrern mit 15 Personen.

2021 gab es bisher 21 Geburten, 17 Sterbefälle, 8 Eheschließungen und 7 Scheidungen.

Die Bevölkerungsentwicklung einer Gemeinde wird zum einen durch Geburten bzw. Sterbefälle und durch Zu- und Wegzüge bestimmt.

Bei den Zu- und Wegzügen wollte die Verwaltung in Erfahrung bringen, welche Gründe es gib, nach Geiselbach zuzuziehen, bzw. wegzuziehen.

Im Jahr 2020 war eine Praktikantin bei der Gemeinde Geiselbach beschäftigt, die mit der Durchführung einer „Wanderungsmotivuntersuchung“ beauftragt wurde.
Dies war gleichzeitig eine Projektarbeit, die die Praktikantin für die Schule erstellen muss.

Hierzu wurden zunächst die Veränderungslisten der Jahre 2017 bis 1. Halbjahr 2020 ausgewertet.

Im betrachteten Zeitraum sind 404 Personen zugezogen, 402 weggezogen, so dass sich hinsichtlich des Wanderungssaldos praktisch keine Veränderung ergeben hat.

Innerhalb der Altersgruppen gab es allerdings deutliche Veränderungen:

Deutliche Zuzugsgewinne gab es in der Altersgruppe der 0 – 18-jährigen und bei den 26 – 40-jährigen.

Bei den 19 – 25-jährigen und in der Altersgruppe der über 60-jährigen gab es hingegen deutliche Wanderungsverluste. In der Altersgruppe der 41 – 60-jährigen halten sich Zu- und Wegzüge die Waage.

Bei der Frage woher die Menschen kommen oder wohin die Menschen ziehen, sind Zu- und Wegzüge innerhalb des Landkreises Aschaffenburg bzw. der Stadt Aschaffenburg etwa gleich hoch.

Deutliche Wanderungsgewinne gibt es dagegen bei den Zuzügen aus Hessen und aus dem Ausland.

Wanderungsverluste gibt es bei den Wegzügen in andere Bundesländer, wobei der Wegzug in große Universitätsstädte auffällig hoch ist.

Die zu- bzw. weggezogenen Bürger/innen oder Familien haben einen Fragebogen erhalten, in dem sie nach den Gründen hierfür befragt wurden.

Der Wegzug zum Studien- oder Arbeitsplatz spielt insgesamt die größte Rolle. Mehr als die Hälfte der 19- bis 45-jährigen geben dies als Grund für den Wegzug an. Erfreulich hierbei ist aber, dass sich in der Altersgruppe der 19- bis 26-jährigen mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen kann, nach Studium oder Ausbildung wieder nach Geiselbach zurück zu kommen.

Weitere häufig genannte Gründe für einen Wegzug waren
-    Vergrößerung oder Verkleinerung des Haushaltes (z.B. Scheidung, Geburt eines Kindes)
-    Keine Wohnung in Geiselbach gefunden
-    Rückkehr in den Heimatort
-    Verkauf der Immobilie

Der Verkauf der Immobilie spielt insbesondere bei den über 60-jährigen eine große Rolle, jeweils in Verbindung mit dem Erwerb oder der Anmietung einer seniorengerechten Wohnung.
Gründe wie die Qualität des ÖPNV oder Einkaufsmöglichkeiten haben dagegen, was die Wegzugsgründe angeht, in allen Altersgruppen kaum eine Rolle gespielt.
Was die Zuzüge angeht, kann Geiselbach offensichtlich mit
-    Günstigen Grundstücks- und Mietpreisen
-    Ruhiger Wohnlage
-    Intakter Natur

punkten.

Das waren nämlich die am häufigsten genannten Punkte für den Zuzug nach Geiselbach. Der Wunsch nach mehr Natur bzw. einer ruhigeren Wohngegend ist vor allem in den Altersgruppen der 26 - 40 und 41- bis 60-jährigen und bei den Befragten, die mit mehreren Personen, also in der Regel Kindern zugezogen sind, sehr ausgeprägt.

2. Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen

Der aktuelle Schuldenstand der Gemeinde Geiselbach liegt bei 1,086 Mio. Euro. Wir werden im Dezember noch mal ein Darlehen über 450.000,-- € abrufen, das der Finanzierung der aktuell laufenden Sanierung des Kindergartenaltbaus in Geiselbach dient. Der Schuldenstand zum Jahresende liegt dann bei 1.536 Mio. Euro und ist damit gegenüber dem Vorjahr fast unverändert.

Was die Steuereinnahmen des Jahres 2021 angeht, scheint es so, dass die Gemeinde recht gut durch die Corona-Krise kommen wird.

Die aktuellen Gewerbesteuereinnahmen liegen bei 821.000,-- €. Der bisherige Höchststand bei den Gewerbesteuereinnahmen aus dem Jahr 2019 mit 668.000,-- € wird damit nochmals deutlich übertroffen.

In der Haushaltsplanung waren geringere Einnahmen in Höhe von 500.000,-- € vorgesehen, weil angenommen werden musste, dass sich die Corona-Pandemie auch auf die heimische Wirtschaft auswirken würde.

Auch bei dem zweiten großen Einnahmeposten, der Einkommensteuerbeteiligung sieht es so aus, dass wir zumindest die Schätzung von 1,278 Mio Euro erreichen werden, wenngleich man feststellen muss, dass sich bei der Einkommensteuer Corona durchaus bemerkbar gemacht hat.
 
Die Einnahmen aus der Einkommensteuer bewegen sich deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.
Mit 1,278 Mio. Euro bewegen wir uns gerade mal auf dem Stand des Jahres 2016.

Im kommenden Jahr 2022 wird mit einer Verbesserung der Einnahmesituation bei der Einkommensteuer gerechnet. Mit geschätzten 1,377 Mio. € wäre wieder der Stand des Jahres 2019 erreicht.

3. Schulen, Kindergärten

Den Schulverband Krombach/Geiselbach besuchen im Schuljahr 2021/2022 128 Kinder, das sind fünf mehr als im Vorjahr. Aus Krombach kommen 70 Kinder, aus Geiselbach sind es 57 Kinder. 1 Kind kommt aus einer Nachbargemeinde. Wir rechnen für das Jahr 2022 mit einer Umlage an den Schulverband in Höhe von 175.000,-- €.

Die Schüler ab der fünften Klasse besuchen die Mittelschule in Schöllkrippen. Zuletzt waren dies 42 Schüler aus Geiselbach wofür eine Umlage an den Schulverband in Höhe von knapp 59.500,-- € fällig wurde.

Den Kindergarten Geiselbach besuchen 85 Kinder, davon 43 in den beiden Regelgruppen, 26 in der Hortgruppe. 16 Kinder sind in der Krippengruppe angemeldet.

Den Omersbacher Kindergarten besuchen 31 Kinder, wobei 11 Kinder die Krippengruppe, 20 Kinder die Regelgruppe besuchen.

Im Laufe des Jahres werden weitere Kinder in die Krippengruppen aufgenommen werden, so dass die bestehenden Gruppen voll ausgebucht sein werden.

Um einen Aufnahmestopp in den Krippengruppen zu vermeiden, werden wir nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Kindergarten-Altbau in Geiselbach dort vorübergehend eine weitere Krippengruppe in einem Teil der Räume einrichten, die für den Hort gedacht waren.

Die Jahre 2020 und 2021 waren bzw. sind extrem starke Geburtsjahrgänge. Mit 31 Geburten im Jahr 2020 wurden doppelt so viele Kinder geboren wie im Schnitt der Vorjahre 2010 bis 2019.

Der aktuelle Geburtenstand des Jahres 2021 liegt bei 21 Geburten. Bis zum Jahresende rechnen wir mit 25 bis 26 Geburten.

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Krippenplätzen rasant angestiegen. Bis zum Kindergartenjahr 2019/2020 lag die Anmeldequote für die Kinderkrippen bei unter 25 %. Es gab damals nur eine Krippengruppe mit 12 Plätzen im Kindergarten Omersbach. Diese Gruppe wurde von durchschnittlich fünf Kindern aus Omersbach und Geiselbach genutzt. Um die Belegung der Krippengruppe zu verbessern, wurden bis zum Kindergartenjahr 2019/2020 in der Regel zusätzlich fünf bis sechs Kinder aus Nachbargemeinden betreut.

Mit Beginn des Kindergartenjahres 2020/2021 ist die Anmeldequote von Geiselbacher und Omersbacher Kindern sprunghaft auf rund 80 % angestiegen.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, reichen die vorhandenen Räumlichkeiten für die Krippenbetreuung nicht aus. Die geplante Mitbenutzung der Gruppenräume des Hortes kann kein Dauerzustand sein. Der Gemeinderat hat deshalb auch in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass wir eine Erweiterungsplanung des Kindergarten-Altbaus um zusätzliche Räume für eine Kinderkrippe in Auftrag geben.

Nach zahlreichen Verzögerungen konnten wir im Frühjahr endlich den Kindergarten-Neubau beziehen. Derzeit laufen die Sanierungsarbeiten im Bereich des Altbaus.

Wir hoffen, dass wir bis Ende März zumindest die Arbeiten im Innenbereich so weit abschließen können, dass dann auch der Altbau bezogen werden kann.

Die Gesamt-Baukosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 3,1 Mio. Euro, wobei rd. 2,2 Mio. auf den Neubau, 900.000,-- € auf die Sanierung des Bestandes entfallen. Der Freistaat Bayern gewährt Zuschüsse in Höhe von 1,633 Mio. Euro.


4. Bau- und Wohnungswesen, Verkehr

4.1. Bauleitplanung

4.1.1. Bebauungsplan Gewerbegebiet Am Omersbacher Weg, Teil II

Am Montag dieser Woche hat das Auslegungsverfahren für das Gewerbegebiet am Omersbacher Weg, Teil II begonnen. Das Plangebiet umfasst die Flächen für ein neues Feuerwehrgerätehaus und die Erweiterung des Gewerbegebietes über das Netto-Gelände hinaus.

Die Erschließungsarbeiten für das Gebiet sind unübersehbar. Der 1. Bauabschnitt Kanal- und Wasserleitungsbau vom Baugebiet ober dem Pfarracker bis zur Kreisstraße wurde fristgerecht abgeschlossen. Derzeit läuft der 2. Bauabschnitt, nämlich Kanal und Wasserleitung im eigentlichen Gewerbegebiet.

Noch im Dezember sollen die Leistungen für den 3. Bauabschnitt, Straßenbau ausgeschrieben werden. Mit diesen Arbeiten kann erst begonnen werden, wenn alle unterirdischen Leitungen verlegt sind, also der Bauabschnitt II abgeschlossen ist.

Ergänzung wegen einer Nachfrage aus der Bürgerversammlung: Die im Bebauungsplan ebenfalls vorgesehene Abbiegespur auf das künftige Feuerwehrgelände wird erst mit Baubeginn für das neue Feuerwehrgerätehaus hergestellt.

4.1.2. Erweiterung Wohnbaugebiet Ziegelberg bis zur Waldstraße

Die Nachfrage nach Wohnbauflächen in Geiselbach ist seit vielen Jahren unverändert hoch. Zwar gibt es in Geiselbach und Omersbach immer noch über 120 freie Bauplätze. Diese stehen dem Grundstücksmarkt aber nicht zur Verfügung, weil die Eigentümer kein Interesse am Verkauf der Plätze haben. Zuletzt haben wir im Oktober eine Umfrage bei allen Eigentümern von leeren Baugrundstücken durchgeführt, ob diese bereit wären ihr Grundstück zu verkaufen. Die Umfrage blieb leider ergebnislos.
Der Gemeinderat hat deshalb eine Erweiterung des Wohnbaugebietes Ziegelberg bis zur Waldstraße beschlossen. Voraussetzung hierfür war, dass die Grundstückseigentümer bereit waren, ihre Ackerflächen vorher an die Gemeinde zu verkaufen. Mittlerweile liegen die entsprechenden Zusagen vor.

Derzeit arbeiten Planungsbüros an der Straßen- und Kanalplanung, an dem Bebauungsplan und dem landschaftspflegerischen Begleitplan. Wir hoffen, dass wir noch im Dezember, spätestens allerdings im Januar einen Planentwurf präsentieren können, damit das förmliche Bauleitplanverfahren eingeleitet werden kann.

4.1.3. Bebauungsplan Birkenhainer Straße V

Im Juli wurde der Bebauungsplan Birkenhainer Straße V in Kraft gesetzt, der einem bereits ansässigen Unternehmen die Möglichkeit zur Betriebserweiterung bietet. Die Erweiterungsarbeiten des Unternehmens sind bereits in vollem Gang

5. Feuerwehren

5.1. Feuerwehrbedarfsplan

Der Gemeinderat hat die Fa. Forplan aus Bonn mit der Erstellung eines sog. Feuerwehrbedarfsplanes beauftragt. Vereinfacht ausgedrückt beantwortet ein solcher Plan die Frage: „wieviel Feuerwehr braucht die Gemeinde“.

Es wird geprüft, ob der Fahrzeuge und Ausrüstung ausreichend sind und wie es um den Zustand der Feuerwehrhäuser steht.
Der Feuerwehrbedarfsplan soll auch auf die Frage eingehen, ob eine Fusion der beiden Ortsteilswehren für eine Verbesserung des Brandschutzes sinnvoll wäre.

Im Hinblick auf das geplante neue Feuerwehrhaus am Kreisel in der Spessartstraße soll der Plan auch klären, wie groß dieses Feuerwehrhaus werden muss.

Mit der Vorlage entsprechender Ergebnisse wird Anfang nächsten Jahres gerechnet.

5.2. Neues Feuerwehrhaus Feuerwehr Geiselbach

Das Feuerwehrhaus der Feuerwehr Geiselbach entspricht nicht mehr den Anforderungen, die an ein solches Gebäude gestellt werden müssen.

Eine der beiden Maschinenhallen, die im Wohngebäude „Am Rainchen 4“ untergebracht war, wurde bereits abgerissen und durch zwei Leichtbauhallen ersetzt. Leider befindet sich auch das hintere Gebäude in einem baulichen Zustand, der eine weitere längerfristige Nutzung nicht möglich macht. Die Räume im Unterschoss sind feucht. Weiterhin fehlt es an Lagerflächen, einer Kleiderkammer und an getrennten Dusch- und Umkleideräumen für Männer und Frauen. Die Flächen, die am bisherigen Standort zur Verfügung stehen, sind für einen Neubau oder eine Sanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes nicht ausreichend groß.

Es soll deshalb ein neues Feuerwehrhaus im Bereich des Kreisels an der Spessartstraße entstehen. Mit dem Bebauungsplan „Gewerbegebiet am Omersbacher Weg Teil II“ werden derzeit die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um das Projekt umzusetzen.

Anschließend müssen Baugenehmigungsverfahren und Zuschussverfahren abgewickelt werden. Mit einem Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus wird deshalb nicht vor 2023 gerechnet.

6. Sonstiges

6.1. Übernahme Sporthalle SC Geiselbach

Die Gemeindeverwaltung steht bereits seit einigen Jahren mit dem SC Geiselbach wegen der Übernahme der vereinseigenen Sporthalle in Verhandlungen. Zuletzt waren die Verhandlungen etwas ins Stocken geraten, weil der Vereinsvorstand wegen der Corona-Krise keine Mitgliederversammlung durchführen konnte, um von den Mitgliedern die Zustimmung zur Übergabe einzuholen.

Im Oktober konnte diese Versammlung endlich durchgeführt werden. Die Mitglieder haben den Vorstand einstimmig beauftragt, die Übertragung der Halle an die Gemeinde Geiselbach vorzubereiten.

Wir werden in den nächsten Wochen entsprechende Verträge ausarbeiten lassen, damit die Mitgliederversammlung des SC Geiselbach und der Gemeinderat der Gemeinde Geiselbach die Hallenübergabe voraussichtlich im Februar förmlich beschließen können.

Die Gemeinde hat bereits eine grobe Schätzung der Sanierungskosten erstellen lassen. Insgesamt wird mit einem Kostenaufwand von 3,2 Mio. Euro gerechnet. Das ist ein Betrag, der selbst bei guter Finanzlage nur schwer zu finanzieren ist. Das Sanierungskonzept sieht deshalb auch eine Sanierung in mehreren Bauabschnitten, verteilt auf einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren vor.

6.2. Umbau Rathaus, Sparkasse

Nachdem die Sparkassenzweigstelle im September 2020 vollkommen verwüstet wurde, hat die Sparkasse Aschaffenburg die ohnehin für das Jahresende geplante Schließung der Zweigstelle zwangsläufig vorgezogen. In die ehemaligen Räume der Sparkasse ist das Bürgerbüro der Gemeinde Geiselbach eingezogen.

In Verhandlungen mit der Sparkasse konnte erreicht werden, dass in Geiselbach eine sog. SB-Zweigstelle verbleibt, was im ursprünglichen Schließungskonzept der Sparkasse eigentlich nicht vorgesehen war. Die SB-Zweigstelle befindet sich jetzt in den früheren Kassenräumen der Gemeinde.

Es liegt die Zusage der Sparkasse vor, dass der Betrieb der SB-Zweigstelle auf die Dauer von mindestens acht Jahren erfolgt.

6.3. Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement

Hinter diesem doch sehr gestelzten Begriff verbirgt sich eine Planung, ob und wie die Gemeinde die Ortslagen von Geiselbach und Omersbach künftig besser vor Überflutungen schützen kann. Das Maihochwasser 2017 und Sturm Bernd im August 2019 haben gezeigt, dass die Wetterextreme auch in unseren Bereichen zunehmen.

Das Büro Unger aus Darmstadt, das mit der Erstellung des Planes beauftragt ist, hat im Oktober im Rahmen eines Workshops den ersten Planentwurf vorgestellt. Über 50 Gemeindebürger/innen waren in die Aula der Grundschule Geiselbach gekommen, um den Plan mit dem Büro zu diskutieren.

In den Plänen wurden Bereiche dargestellt, wo bei Starkregen mit wild abfließendem Wasser über Wiesenflächen, Wege oder Straßen zu rechnen ist. In sog. Risikokarten wurden die Ortsbereiche markiert, die bei Starkregenereignissen besonders gefährdet sind.

Das Büro hat zahlreiche Hinweise auf weitere Abflussflächen von den anwesenden Bürger/innen bekommen, die geprüft und ggf. in den Plan eingearbeitet werden. Die Vorlage der endgültigen Pläne wird im Laufe des Dezember erfolgen. Die Pläne werden anschließend auf der Homepage der Gemeinde eingestellt werden.

Parallel dazu hat die kommunale Allianz das Projekt „boden-ständig“ abgeschlossen. Ziel dieses Projektes ist es auch, den Starkregenabfluss zu minimieren. Während das Sturzflut-Konzept aber eher den Ortsbereich betrachtet, setzt „boden-ständig“ im Außenbereich an. Hier sind Vorschläge enthalten, wie durch eine Änderung der Bewirtschaftung von Ackerflächen der Starkregenabfluss und damit auch die Erosion von Böden reduziert werden kann. Das Gutachten enthält Vorschläge für die Bewirtschafter wie die Wasseraufnahmefähigkeit von Ackerböden verbessert werden kann.

Auch dieses Konzept wurde im Rahmen des Workshops dargestellt.

6.4. Gemeindliche Spielplätze

Am Spielplatz in der Omersbacher Flurstraße wurde ein neues Spielgerät aufgestellt, nachdem das alte Spielgerät wegen massiver Mängel entfernt werden musste. Die Haushaltsmittel waren eigentlich für eine Erneuerung des Spielplatzes am Festplatz Geiselbach vorgesehen. Die dortige Sanierung musste um ein Jahr verschoben werden und ist jetzt im Jahr 2022 eingeplant.

Unabhängig von der Spielplatzsanierung ist am Festplatz ein sog. „Bewegungsparcours“ entstanden. Die Herstellung des Bewegungsparcours hat 20.000,-- € gekostet. Die Hälfte der Kosten, also 10.000,-- € hat die kommunale Allianz Kahlgrund-Spessart im Rahmen des sog. „Regionalbudgets“ übernommen.

6.5. Dt. – französische Partnerschaft

Der Partnerschaftsbesuch unserer französischen Freunde aus Bavent musste auch im Jahr 2021 leider entfallen. Derzeit ist noch vollkommen offen, ob wir uns im Jahr 2022 mit unseren französischen Freunden treffen können.
Wir hoffen aber, dass sich bis zum geplanten Termin am 27.05.2022 die Corona-Lage so weit entschärft hat, dass wieder eine persönliche Begegnung möglich wird.

Dennoch stehen wir im engen Kontakt mit unserer Partnergemeinde.
Es gibt viele sehr enge Freundschaften zwischen Familien aus Bavent und Geiselbach, die den regelmäßigen Austausch pflegen. Und auch die Gemeinde und der Partnerschaftsbeauftragte Burkard Kraus stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Partnergemeinde.

Auch wenn wir uns nicht persönlich sehen können, so bleibt die Freundschaft doch bestehen.

7. Fragen aus der Bevölkerung

Uns haben im Vorfeld zu dieser Bürgerversammlung einige Fragen erreicht, die ich heute gerne auch noch beantworte:

7.1.  Sowohl die alte, noch amtierende  Regierung, wie auch die zukünftige Regierung aus der Ampelkoalition, haben sich entschlossen, 2 % der Gesamtfläche von Deutschland für die Nutzung alternativer Energie auszuweisen. Auch Geiselbach wird von diesem Entschluss nicht verschont bleiben, zumal es hier genügend Platz gibt, mit Einhalt vorliegender Bestimmungen Windräder aufzustellen oder Wiesengrundstücke (eventuell auch Teilstücke des neuen Gewerbegebiets) mit Photovoltaik zu bestücken. Ich möchte wissen, wieweit die Gemeinde sich in dieser Sache Gedanken gemacht hat und vielleicht bereits Stellplätze vorsieht. Ich würde die Kirschenallee vorschlagen. Da gibt es genügend Abstand zur Wohnbebauung und einen erhöhten, sehr windreichen Standplatz. Der Branchenverband hat hier eine Umsatzbeteiligung von 2% für anliegende Gemeinden vorgesehen. Nach dem Bürger-und Gemeinschaftsbeteiligungsgesetz können auch Bürger Beteiligungsgesellschaften gründen. Dort wo das bereits passiert, gibt es eine ordentliche Rendite.

Der Errichtung von Windkraftanlagen in großen Teilen des Landkreises Aschaffenburg, darunter auch Geiselbach steht derzeit der aktuelle Raumordnungsplan für die Region Bayerischer Untermain entgegen. Zur sog. Region Bayerischer Untermain zählen der Landkreis und die Stadt Aschaffenburg sowie der Landkreis Miltenberg. Der Regionalplan schreibt übergeordnete Ziele fest, an die auch die Gemeinden gebunden sind.

Im Jahr 2017 ist im Regionalplan eine Festsetzung zu Windkraftanlagen getroffen worden. Hier heißt es:

In den Landschaftsschutzgebieten der Naturparke Spessart und Bayerischer Odenwald sind überörtlich raumbedeutsame Windkraftanlagen ausgeschlossen.

Da die Schutzzone des Naturparks Spessart in der Regel bis fast unmittelbar an die bebauten Gebiete heranreicht würde bei Beachtung der notwendigen Abstandsflächen eine Windkraftanlage immer in der Schutzzone liegen. Der vorgeschlagene Standort an der Kirschenallee liegt ebenfalls in der Schutzzone.
Für den Naturpark Bayerischer Odenwald hat der Bezirk Unterfranken als zuständige Behörde in der Schutzgebietsverordnung einige Ausnahmeflächen ausgewiesen, weshalb dort aktuell einige Anlagen entstehen bzw. entstanden sind. Es ist nicht bekannt, dass der Bezirk für den Naturpark Spessart ähnliches planen würde.

Die Gemeinde hat im Übrigen sämtliche kommunalen Gebäude, die geeignet sind, mit PV-Anlagen versehen.

7.2. Wieweit sind die Planungen für ein gemeinschaftliches Feuerwehrhaus (Geiselbach-Omersbach) gediehen? Ein doppelter Standort ist aus Kostengründen in Zukunft nicht mehr akzeptabel. Ein zukünftiger Standort für die Feuerwehr muss etwa zwischen den beiden Ortsteilen liegen. Wieweit hat die Gemeinde hier grundstücksmäßig und baurechtlich vorgeplant? Was passiert mit dem derzeitigen Grundstück der Omersbacher Feuerwehr, wenn die Zusammenlegung beschlossen und realisiert ist? Könnte da eventuell ein Jugendtreff geplant werden, der ja für beide Ortsteile noch immer aussteht?

Wie ich bereits ausgeführt habe, stellt die Gemeinde Geiselbach derzeit den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Am Omersbacher Weg, Teil II“ auf. Dieser Bebauungsplan setzt auch einen neuen Standort für ein Feuerwehrgerätehaus fest. Dieser Standort wäre auch geeignet, wenn eine Fusion beider Feuerwehren erfolgen würde. Wie ich weiter bereits ausgeführt habe, wird im Rahmen der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplanes auch geprüft, ob eine Fusion der beiden Wehren sinnvoll ist.

Die abschließende Entscheidung, ob ein Zusammenschluss der beiden Feuerwehren erfolgt, liegt aber ausschließlich bei der Feuerwehr Omersbach. Im Bayerischen Feuerwehrgesetz ist eindeutig geregelt, dass ein Zusammenschluss nur freiwillig erfolgen darf. Vor einigen Jahren fand bereits eine Abstimmung in einer Dienstversammlung der Feuerwehr Omersbach statt. Hier wurde ein Zusammenschluss abgelehnt. Wir werden jetzt zunächst einmal die Ergebnisse des Feuerwehrbedarfsplanes abwarten. Sollte im Feuerwehrbedarfsplan eine Fusion der Wehren empfohlen werden, wird der Punkt in einer Feuerwehrdienstversammlung der Omersbacher Wehr nochmals zur Abstimmung vorgelegt. Die Feuerwehr Geiselbach hat der Fusion bereits zugestimmt.

7.3. Welche Vorbereitungen hat die Gemeinde Geiselbach getroffen, öffentliche Gemeinderatssitzungen oder auch die Bürgerversammlungen per Video allen interessierten in Zukunft zugänglich zu machen? Dies ist besonders interessant und eminent wichtig, da wir wahrscheinlich auch auf längere Sicht mit großer Öffentlichkeit zurückhaltend sein müssen. Ich verweise da auf die Gemeinde Alzenau, die das vorzüglich geregelt hat.

Ein Livestream von Gemeinderatssitzungen im Internet ist nur zulässig, wenn dem alle Mitglieder des Gemeinderates zugestimmt haben. Zudem gibt es hinsichtlich der Zuschauer die Vorgabe, dass diese nicht im Live-Stream erkennbar sein dürfen. Es gibt also schon rechtliche Hürden, was eine solche Übertragung einer Gemeinderatssitzung angeht.

Daneben verfügt die Gemeinde derzeit nicht über die technische Ausrüstung, um eine solche Übertragung zu ermöglichen. Ich kann mir aber vorstellen, dass wir in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen eine Abfrage starten, ob alle Mitglieder des Gemeinderates mit der Übertragung einverstanden wären. Sollte dies nämlich nicht der Fall sein, müssen wir uns nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie das technisch möglich gemacht werden kann.


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